Mit Fenstern, Haustüren und Zusatzprodukten wie Wintergärten wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 8,5 Milliarden Euro umgesetzt. Die baunahe Branche beschäftigt 100.000 Mitarbeiter in 7.200 überwiegend kleinen und mittleren Betrieben. Dies ergab eine aktuelle Studie im Auftrag des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. Infolge der Baukrise haben in den vergangenen fünf Jahren weitere 1.000 Betriebe aufgegeben. 97 Prozent der Fensterbauer beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter in der Produktion und stellen damit 59 Prozent aller Beschäftigen der Branche. Allein die 30 größten Unternehmen erwirtschafteten rund 20 Prozent des Branchenumsatzes. Ihre Kapazitätsauslastung liegt über dem Branchenschnitt von 72 Prozent. Bei den Betrieben geht der Trend zur Produktionsvielfalt. Viele Unternehmen ergänzen ihre Produktion um zugekaufte Fenster und Haustüren anderer Rahmenmaterialien. Häufig werden auch Produkte wie Wintergärten oder Rollläden zugekauft.
2007 wurden 12,48 Millionen Fenstereinheiten bei einer Kapazität von 17,3 Millionen Fenstereinheiten produziert. Der Kapazitätsrückgang seit 1995 beträgt circa 35 Prozent. Die 900 größten Unternehmen verfügen über 80 Prozent der Kapazitäten in der Branche, die 6.000 kleineren und kleinsten Unternehmen dagegen nur über 20 Prozent.
Von den Unternehmen, die sich an der Studie beteiligten, ordneten sich 46,8 Prozent als Tischler oder Schreiner ein, 39,4 Prozent als Fensterbauer und 11,6 Prozent als Metallbauer. Der hohe Anteil der Tischler, Schreiner und Metallbauer erklärt sich aus der überwiegenden Zahl der Klein- und Kleinstbetriebe. Die Unternehmensgröße ist also abhängig von den verwendeten Materialien. So dominiert im Produktionsprogramm der kleinen Unternehmen der Werkstoff Holz, der von fast zwei Drittel aller Kleinunternehmen mit bis 4 Mitarbeitern verwendet wird. 56 Prozent der Fensterbauer stellen Holzfenster her. 34 Prozent produzieren Kunststofffenster. Mehr als 31 Prozent fertigen Holz-Metall-Fenster und 8,5 Prozent Kunststoff-Metall-Fenster. Stahlfenster, die praktisch nur im Fassadenbau eingesetzt werden, werden von 4,9 Prozent aller Fensterbauer hergestellt. 43 Prozent der Unternehmen sind "materialtreu", konzentrieren sich also nur auf ein Rahmenmaterial. 19,6 Prozent der Unternehmen verarbeiten ausschließlich Holz. 15,3 Prozent der Betriebe haben sich auf Kunststofffenster und 7,2 Prozent auf Fenster aus Aluminium spezialisiert. 1993 lag die Materialtreue noch bei 57 Prozent und fiel dann bis 2002 auf 49 Prozent. Damit hat sich der Trend zur Produktionsvielfalt fortgesetzt.
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