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FinnMetko 2006: Starkholzharvester für Mitteleuropa und Forwarder für Russland
06/10/2006 - 15:37
Das Wachstum der finnische Forst- und Baumaschinenmesse FinnMetko hält an. Vom 31. August bis zum 2. September erhielten 280 Aussteller Besuch von 31400 Fachleuten. Aus Deutschland kam so kurz nach der Interforst kaum jemand. Es hätte sich aber gelohnt. Schon allein wegen der neuen Forstmaschinen von Ponsse. Sehenswert war aber auch die im forstlichen Messegeschehen einzigartige Stockrodefläche. Zudem nutzten Firmen wie Logset, Komatsu Forest oder Pinox die Messe, um neues Personal und geänderte Firmenstrategien bekannt zu geben.

Ponsse Harvester Bear: Wie gemacht für`s Starkholz Ponsse Harvester Bear Ralf Dreeke und Michael Rathjen hätten den Harvester Ponsse Bear gern schon auf der Interforst vorgestellt, schließlich haben die beiden Geschäftsführer des deutschen Ponsse-Importeurs Wahlers Forsttechnik lange auf diese Starkholzmaschine gewartet. So mussten sie Ende August nach Finnland reisen, um die Maschine in Augenschein nehmen zu können. Was sie sahen, bot aber Anlass zur vollsten Zufriedenheit: Ponsse positionierte den neuen Starkholzharvester Ponsse Bear deutlich oberhalb des bisherigen Spitzenmodells Ponsse Ergo.
Der Mercedes-Benz-Motor übertrumpft mit 240kW alle Wettbewerber außer den HSM 406 H3 (260 kW). Das Drehmoment liegt mit 1300 Nm bei 1200–1600 U/min ebenfalls in der Spitzenklasse. Das Hydrauliksystem glänzt dazu mit zwei Kreisläufen, angetrieben von Rexroth-Pumpen mit je 190 cm3 für das Aggregat sowie für Kranbetrieb und andere Funktionen. Insgesamt leistet die Hydraulik bei 1600U/min 600l/min; 300 l/min benötigt davon allein das Aggregat.
Ausgestattet ist die Maschine mit dem Pararallelkran C55, den Ponsse speziell für den Bear entwickelt hat. Mit einem Hubmoment von 255 kNm und einem Schwenkmoment von 50 kNm muss der der Bear wiederum keinen Vergleich scheuen. Stärker ist bei den Radmaschinen nur noch der Parallelkran Loglift 280 V, den HSM und Logset für ihre Starkholzharvester verwenden. Die Hubkraft reicht jedoch aus, um das mit 1300kg relativ leichte Aggregat H8 bis auf 11 m maximale Reichweite zu bedienen.
Hat Ponsse bisher auf Kundenwunsch Parallekrane von Loglift aufgebaut, setzt der finnische Hersteller nun seiner Hausphilosophie folgend auch bei dieser Kranbauweise auf eine große Produktionstiefe. Für die beiden kleineren Harverster Ergo und Beaver steht seit der FinnMetko das Modell C33 zu Auswahl.

Prallelkrane made by Ponsse
Doch geht es Ponsse nicht nur darum, möglichst viele Komponenten im eigenen Werk herzustellen. Mit den eigenen Parallelkranen kann Ponsse auch eigene Ideen verwirklichen. Die besondere Geometrie erlaubt es zum Beispiel, den Kran bis 8m hangaufwärts vollwertig einzusetzen. Bei den Teleskopausschüben hat Ponsse zudem die reibungsminimierenden Rollenlager von den Teleskopkranen übernommen. Wie diese sitzt der C55-Kran auf einem Drehkranz, wird allerdings mit zwei Hydraulikmotoren angetrieben. Eine weitere Besonderheit ist der große Tiltwinkel von ± 20°. Ein bei Ponsse üblicherweise favorisierte Teleskopkran ist für den Bear zurzeit noch nicht erhältlich. Ralf Dreeke und Michael Rathjen gehen jedoch fest davon aus, dass in absehbarer Zukunft ein passendes Modell kommen wird.
Neben dem starken Motor, der starken Hydraulik und dem starken Kran fehlt jetzt nur noch das entsprechend dimensionierte Agregegat. Das wurde mit dem Ponsse H8 ebenfalls speziell für den Bear entwickelt. Es hat einen maximalen Fälldurchmesser von 72 cm und drei angetriebene Einzugswalzen mit 700-cm3-Hydraulikmotoren. Das Grundkonzept des neuen Aggregates entspricht dem des bekannten H73. Der Hauptunterschied sind die etwas weiter außen gelagerten Vorschubarme, die auch Baumstämme bis 65 cm Durchmesser von unten her tragen können. Zudem hat Ponsse die Hydraulik des Aggregates verbessert und verwendet nun wie auch andere Hersteller Proportionalsteuerungen. Als Steuer- und Messsystem kommt erwartungsgemäß das Ponsse Opti 4G zum Einsatz. Durch eine verbesserte Pumpenansteuerung soll es den Dieselverbrauch der Maschine um bis zu 10 % senken.
Ende 2006 kommt der Ponsse Bear erstmals für eine Vorführtour nach Deutschland. Die Serienproduktion beginnt im Mai 2007.

Ponsse 18to-Forwarder Elephant
Ponsse Forwarder Elephant Nicht ganz so gespannt dürften die deutschen Kunden auf den neuen Ponsse-Forwarder Ponsse Elephant warten, der den erst vor zwei Jahren präsentierten Buffalo King ablöst (Abb. 3). Mit 18t Nutzlast produziert Ponsse diese Maschine vor allem für die Überseemärkte in Kanada oder auch für Schweden. In Deutschland endet das Interesse bisher beim Ponsse Buffalo mit 14 t Nutzlast. Wahlers Forsttechnik rechnet aber damit, dass diese Klasse in Zukunft bis zu 30 % des Forwardermarktes ausmachen könnte. Wichtig ist in Deutschland besonders ein starker Kran. Schon jetzt bestellen Buffalo-Kunden die Maschine vielfach mit dem Kranmodell Ponsse K100, das in Verbindung mit einer 190-m3-Kranpumpe satte 145 kNm Hubmomenent entwickelt und auch mit schwerem Laubholz keine Probleme hat.

Forstmaschinen aus und für Osteuropa
Es dürfte niemandem entgangen sein, dass so ziemlich alle Forstmaschinenhersteller Russland als wichtigen Zukunftsmarkt entdeckt haben. Angesichts eines jährlichen Holzzuwachses von fast 1Mrd. m3 bauen die großen Anbieter dort seit Jahren ihre Vertriebsnetze auf. Da bleibt es nicht aus, dass die Russen auch selbst Kurzholzmaschinen produzieren wollen. Nicht zuletzt mit diesem Ziel erwarb dieses Jahr der Landmaschinenhersteller Agromash 80 % der Anteile des dänischen Herstellers Silvatec.
Forwarder Harvy Forester Russland EuroLesProm Als zweites Beispiel kann die Zusammenarbeit der Firma Pinox Oy aus Finnland und der Firmengruppe Harvy Forester aus Petrozavodsk in Karelien dienen. Die Russen montieren im Rahmen dieser Kooperation in dem alten Onega-Traktorenwerk den Harvester Pinox 856 und den Forwarder Pinox 816. Die Maschinen werden blau lackiert und sollen unter der Bezeichnung Harvy Forester 8H sowie 10F/11F in Russland und in den baltischen Staaten vermarktet werden. Gerüchte besagen, dass Harvy Forester bisher Maschinen nur für das eigene Tochterfirma EuroLesProm produziert hat. Die Firma verfügt über Einschlagslizenzen in den nordwest-russischen Regionen Karelien und Archangelsk und zwei im Bau befindliche Sägewerke. Für Pinox-Geschäftsführer Erkki Kare ist der Rahmenvertrag mit Harvy Harvester dennoch interessant, weil er dem jungen Unternehmen den russischen Markt öffnet. Pinox spart Zölle für die Maschineneinfuhr. Die Lohnkosten sind geringer, und vor allem kaufen russische Kunden bedeutend lieber Maschinen von russischen Firmen. Um die Qualität der Produktion zu sichern, liefert Pinox alle Maschinenkomponenten und Ersatzteile aus Finnland zu.
Forwarder Metsis HSM 208F Weiter westlich in Estland versucht sich ein weiterer neuer Anbieter zu etablieren. Die Firma Metsis Ltd. zeigte auf der FinnMetko den 12-t-Forwarder Metsis 408F (Abb. 4), dessen Bezeichnung und gelbe Farbe sehr an die Maschinen des deutschen Herstellers HSM erinnern, der in den letzten Jahren Forstmaschinen ins Baltikum geliefert hat. Metsis wurde 2004 von den Firmen Iftar und Logtehnika (Händler für AFM-Aggregate im Balitikum) gegründet, um Forstmaschinen zu entwickeln und zu bauen. Die Wurzeln des Metsis-Forwarders reichen aber bis 1996 zurück. In diesem Jahr begann Ivor Jörgenson mit der Produktion eines Forwarders, der unter dem Namen Ksjoma 1998 fertig wurde. Die Maschine bestand vorwiegend aus russischen Komponenten. Einige weitere Forwarder folgten, ehe nach der Gründung von Metsis das jetzige Modell 408F im Mai 2005 vorgestellt wurde. Verwendet werden heute ausschließlich bewährte Markenkomponenten, z.B. Sisu-Dieselmotoren, Dana-Bogieachsen, Loglift-Krane, Sauer-Hydrostate oder ParkerIQAN-Steuerungen. Die Maschinen sind einfach gehalten und sparsam mit Elektronik ausgerüstet. Bei einem Preis von ca. 170000 Euro könnte Metsis wahrscheinlich auch im Ausland so manche Maschine verkaufen, zumal die Produktpalette zurzeit um ein kleineres (Metsis 208F) und ein größeres Modell (Metsis 608F) erweitert wird. Auch ein Harvester ist in Planung.

Logset-Gründer ziehen sich zurück
Logset Forsttechnik Forstmaschinen Ponsse Keine neuen Maschinen, aber neue Firmenstrukturen und Vertriebsstrategien präsentierten auf der FinnMetko die Firmen Logset und Komatsu Forest AB.
Die Logset-Gesellschafter hatten bereits im Herbst vergangenen Jahres Firmenanteile an die die Anfang 2005 gegründete Investorengruppe Primaca Partners Oy verkauft, um mit einer neuen Eigentümerstruktur die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum zu schaffen. Hinter Primaca Partners stehen unter anderem Curd Lindbom und sein Sohn Tommi Lindbom. Ersterer war von 1993–1997 im Aufsichtsrat von Ponsse tätig, letzterer war von 2000–2001 kurzzeitig Ponsse-Geschäftsführer. Am 1. September übernahm er nun bei Logset das Ruder. Er ist zugleich seit Dezember 2005 Geschäftsführer des finnischen Rammmaschinen-Herstellers Junttan Oy, bei dem sich Primaca Partners ebenfalls eingekauft haben. Junttan Oy und Logset wurden im August in der neu geformten PiloMac Gruppe vereint. Die Logset-Gründer, Gustav Frantzén und Kristian Stén, ziehen sich aus der Geschäftsführung zurück. Änderungen gibt es auch im wichtigsten Exportmarkt der Firma Logset, in Deutschland. Dort entlastet der langjährige Werkstattleiter Volker Nieratzky in Zukunft Geschäftsführer Georg Schellhaas im Verkauf.

Neue Strukturen bei Komatsu Forest
Am 1. September stellte der Geschäftsführer der Komatsu Forest AB, Hideki Yamada, in einer Pressekonferenz weitreichende Umstrukturierungen beim zweitgrößten Forstmaschinen-Hersteller der Welt vor. Das Ziel ist eine größere Kundennähe in allen Weltmärkten. Erste Maßname war dabei die räumliche Trennung von Produktion und Verwaltung am Hauptsitz in Umeå. Die Verwaltung ist mittlerweile in ein Bürogebäude umgezogen. Wie Yamada sagte, soll auf diese Weise der Blick vom heimischen und nordeuropäischen Markt stärker auf die Märkte weltweit gelenkt werden. Ein wichtigerer Schritt ist jedoch die Übertragung der Vertriebs- und Marketingaufgaben von der Zentrale in Umeå auf die vier Vertriebszentren Europa, Nordamerika, Südamerika und Ozeanien; dazu auf die Sonderregionen Schweden und Russland. Diese Vertriebszentren werden in Zukunft eigenverantwortlich für den Verkauf und die Kundenunterstützung zuständig sein. Um möglichst schnell auf die Anforderungen der Kunden reagieren zu können, stellen die Vertriebszentren mehr Servicepersonal und Händlerberater ein. Im Vertriebszentrum Europa, das Bernd Rauser übertragen wurde, sind dies z.B. drei neue Monteure allein für Deutschland und vier neue Trainer für Deutschland und angrenzende Länder. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Organisation ist, dass die Vertriebszentren Marktanforderungen bündeln. Die Wünsche zur Ausstattung der Forstmaschinen oder nach neuen Produkten kommen auf diese Weise nicht mehr aus den einzelnen Ländern, sondern werden koordiniert und mit möglichen Absatzzahlen hinterlegt von den Vertriebszentralen weitergegeben.
Eine dritte Änderung bei Komatsu Forest ist der Aufbau eines Attachmentsbereiches (Aggregate, Krane, Greifer). In Portland (USA) werden zunächst große Aggregate für den Baggeranbau in Nordamerika produziert. Sie sollen auch an andere Forstmaschinenhersteller geliefert werden, so wie das Waratah bei John Deere macht. Ziel ist eine eigenständige Firma und ein eigener Markenname, der allerdings noch nicht bekannt ist. Nicht ganz klar wird dabei allerdings, warum Komatsu Forest kurz nach der Valmet-Übernahme die Firma Cranab verkauft hat. Cranab, das seit vielen Jahren Forstmaschinenkrane für Valmet produziert und zudem Rahmen für die Aggregate und Maschinen, wäre eine eingeführte Marke gewesen.
(Forst & Technik Oliver Gabriel)
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