
Sehr zufrieden zeigten sich Harvester- und Forwarderhersteller auf der Elmia mit den Verkaufszahlen des vergangenen Jahres. Die bisherigen Verkaufszahlen für 2005 lassen sogar noch eine Steigerung gegenüber dem ohnehin guten Jahr 2004 erwarten. Dabei sorgen nicht nur Großaufträge der russischen Holzindustrie und der Bedarf in Schweden nach dem Sturm für eine gute Auslastung. Auch der mitteleuropäische und besonders der deutsche Markt werden sehr positiv beschrieben. Deutschland liegt mit 380 verkauften neuen Harvestern und Forwardern deutlich über den Vorjahren. Neben dem Platzhirsch John Deere (ehem. Timberjack) sind es besonders Ponsse, Valmet sowie Eco Log, die in der deutschen Hitliste ihre Marken positionieren. Nach eigenen Angaben konnte Klaus Reichenbach, WFW Forstmaschinen die unter CAT schwache Forstmaschinensparte beleben. Von Januar bis Ende Mai verdoppelte er den Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Dabei sind besonders die Eco-Log Forwarder gefragt, die bei Caterpillar kaum eine Rolle gespielt hatten. Reichenbach rechnet inzwischen mit einer Verteilung von 60% Harvester und 40% Forwarder.
Die Marktanteile sind nicht nur Nabelschau der Händler. Für Forstunternehmer wird die Marke immer wichtiger, wenn es um Leasing und Finanzierung geht. Wer nicht mindestens zu den Top-Five zählt, falle bei den Leasinggesellschaften und Banken schnell durch, die um den Wiederverkaufswert der Maschine fürchten, berichten Forstunternehmer. Händler beklagen sich, dass teilweise sogar nur eine Marke von den Finanziers geduldet werde.
Starkholz-Harvester für Wachstum

Valmet hat es mit dem 941 vorgemacht, Eco Log und Logset ziehen mit dem 590 C und dem 10H Titan nun nach: Starkholz-Harvester für den mitteleuropäischen Markt. Valmet konnte allein in Deutschland acht Stück des Top-Models plazieren. Logset zeigte mit dem 10H Titan die neue Oberklasse. Mit 220 kW, 1300 Nm Drehmoment und dem bislang größten von Loglift gebauten Harvesterkran 280 V mit 1,6 to Hubkraft bei 11m Reichweite (270 kNm) soll der silberne Riese auch nicht vor süddeutschem Starkholz zurückschrecken.
Die Zeiten könnten damit für den Rottne H-20, der bislang weniger Aufmerksamkeit auf sich zog, schwieriger werden. Von Mitbewerbern wird Rottne in Deutschland ohnehin zur Gruppe der Absteiger gezählt.

Das "Rottne-Forwarder-Ballett" sorgte auf der Elmia zwar für eine gute Show, in Deutschland sehen Mitbewerber die "Blauen" aber mit sinkendem Marktanteil
Bei John Deere (ehem. Timberjack) scheint man noch nicht auf den Starkholz-Trend zu reagieren. Man lässt es beim 1470 D bewenden, der bereits auf der KWF-Tagung im vergangenen Jahr mit einem verstärkten Kran als Vorserienmodell stand. "Wir werden den Trend zum Großharvester aufmerksam beobachten", sieht sich Ralf Dreeke, Wahlers Forsttechnik mit dem "Ergo" nach wie vor gut gerüstet. In Jönköping wollte er aber nicht ausschließen, dass man bei Ponsse nachzieht.
Potenzielle Aufsteiger
Nur mit einem kleinen Stand auf der Elmia vertreten, aber wieder ein zunehmendes Gesprächsthema der Forstbranche ist das Maschinenbauunternehmen Preuss, das vor etwas über einem Jahr TBM Forstmaschinen übernommen hatten. Wichtigster Punkt: Die im vergangenen Jahr auf der Elmia angekündigten Ziele, 10 Forstmaschinen bis Jahresende zu bauen, konnten mit leichter Zeitverzögerung erreicht werden. Auf der Hausmesse im Mai konnte Marketingleiter Dr. Hans-Günther Stieler den Montagebeginn der Nummern 11, 12 und 13 melden. Der Forstmaschinenumsatz soll sich in diesem Jahr verdreifachen. Die Gespräche über einen Service- und Vertriebsstützpunkt in Polen sind dabei schon weit gediehen. Ansonsten streckt man die Fühler in Osteuropa besonders nach Tschechien und Russland aus.

Wie schon Ende der neunziger Jahre bei der Entwicklung des HSM Forwarders 208F lässt sich Prinz Felix zu Hohenlohe auch beim Harvester 405H nicht zu Schnellschüssen drängen. Nachdem der Prototyp ausgiebig im sächsischen Vogtland im Einsatz ist, soll bis zur Forstmesse in Luzern das zweite Exemplar fertiggestellt sein. HSM will die Sechsrad-Version des 405H vorstellen. In Entwicklung sind ein spezieller Laubholzholz- sowie ein Universalkopf. "Vielleicht bis zur Interforst 2006 in München", setzt Prinz zu Hohenlohe ohne Eile auf ausgereifte Produkte. Für das Ziel, einen Harvester für Mitteleuropa zu bauen, wird sicher auch der neue Loglift-Kran 280V ein wichtiger Punkt werden. |