Bei Komatsu Forest setzt man auf einen weiter steigenden Forstmaschinenmarkt für Kurzholztechnologie (CTL). Aktuell werden im Harvester- und Forwarder-Werk in Umeå/Nordschweden wöchentlich 20 Forstmaschinen gebaut. Komatsu Forest-CEO Thoshio Miyake ist dies nicht genug. Auf wichtigen Märkten habe man in den vergangenen Jahren zwar mehr Maschinen verkauft, der Marktanteil von Valmet ist aber gesunken. "Schweden, Finnland und Deutschland sind die wichtigsten CTL-Märkte – so lange wir auf diesen Märkten nicht gewinnen, gewinnen wir auch nicht die weltweiten Märkt", machte Miyake auf der Pressekonferenz am Montag in Umeå klar.
Schweden, Finnland & Deutschland – die großen 3 des Forstmaschinenmarktes
Über alle Hersteller von Kurzholzmaschinen betrachtet, ist die Bedeutung von Schweden, Finnland und Deutschland für Harvester und Forwarder etwas gesunken. Nichts desto trotz finden immer noch 48% aller Harvester und Forwarder in diesen drei Ländern einen Käufer (2004: 59%). Der Markt für Harvester und Forwarder ist nach Einschätzung von Komatsu Forest von 2004 auf 2007 um 74% gewachsen. Selbst auf den traditionellen Märkten Schweden-Finnland-Deutschland konnten die Verkäufe zwischen 2004 und 2007 um 43% gesteigert werden. Lagen 2004 die Verkaufszahlen in Schweden für Harvester und Forwarder noch unter 600 Stück, waren es 2007 knapp über 700. In Finnland stieg die Gesamtzahl der verkauften Maschinen nach Komatsu Forest-Berechnungen von ca. 350 auf deutlich über 600. Die Verkaufszahlen lagen in Deutschland 2004 mit knapp unter 400 Stück nach vor Finnland. 2007 wurden ca. 550 Maschinen verkauft. Der geringe Abstand der Maschinen-Zuwächse bei den Big-3 gegenüber den Boommärkten Russland und restliches Europa lassen sich durch Sturm Gudrun 2005 in Schweden und Kyrill 2007 in Deutschland erklären. In Russland wurden 2004 nur 50 Stück verkauft. 2007 geht man bei Komatsu Forest von 350 aus. Die Verkäufe im Rest von Europa (Osteuropa plus iberische Halbinsel) steigen von 300 Maschinen 2004 auf ca.850 im vergangenen Jahr. Der Maschinenverkauf in Osteuropa hatte teilweise Steigerungsraten von jährlich 50%.
Forstmaschinen nach China
Die künftigen Wachstumsmärkte liegen für Komatsu Forest in Südamerika und Asien, darunter auch China. Thosio Miyake setzt bei diesen Ländern auf Synergien mit der Komatsu-Muttergesellschaft. Er erwartet für die asiatischen Märkte eine Nachfrage nach Harvestern mit Raupenfahrwerk. Seinen Optimismus gründet der japanische Manager auf die weltweite Verdoppelung von Schnellwuchsplantagen - 31 Mio. ha bis 2020 - einen Anstieg des Papierverbrauchs und einen höheren Mechanisierungsgrad bei der Holzernte. Den stärksten Anstieg von Schnellwuchsplantagen erwartet Miyake in China auf über 5 Mio. ha (2005: ca. 1,5 Mio.ha), in Indonesien auf 2,5 Mio. ha (2005: 1 Mio. ha), in Chile auf über 3 Mio. ha (2005: knapp unter 2 Mio. ha.) und in Argentinien auf 2 Mio. ha (2005: 0,8 Mio. ha.). Spitzenreiter in Sachen Kurzumtriebswald mit Eukalyptus, Pappel oder Radiata-Kiefer wird 2020 aber immer noch Brasilien mit weit über 5 Mio. ha sein (2005: 4,5 Mio. ha).
Die größten Veränderungen bei der Holzerntemechanisierung sieht Miyake in Südamerika (von 40% 2007 auf 60% 2012), in Asien und Russland (jeweils von 20% auf 40%).
Raupenharvester oder Radmaschine?
Was die Gesamtzahl der verkauften Maschinen und nicht die Wachstumsprozente anbelangt, bleiben Europa und Nordamerika die wichtigsten Absatzmärkte für Forstmaschinen. Für Europa geht Miyake bis 2015 von einer Steigerung auf 3500 Forstmaschinen aus (2007: ca. 3100). Dabei spielen Skidder und Forstschlepper für Komatsu Forest in Europa keine Rolle. Bereits heute sieht man Europa zu 100% als CTL-Markt. Auf Bagger aufgebaute Harvester werden in Europa auch 2015 noch ein Nischenprodukt sein.
In Nordamerika wird es bis 2015 dauern, bis das Niveau des bisherigen Rekordjahrs 2005 mit 5360 Maschineneinheiten wieder erreicht wird. Der Anteil an Raupenharvestern wird in den USA und Kanada zulegen, ebenso leichte Zuwächse bei Harvestern und Forwardern. Der größte Teil der Forstmaschinen dient aber weiterhin der Vollbaumernte. 2007 wurden in Nordamerika 1223 Skidder (32,6%), 733 Knuckleboom Loader/Swing machines und Delimber (19,5%) , 629 Rad-Fellerbuncher (16,8%), 605 Raupenharvester (16,1%), 394 Raupen-Fellerbuncher (10,5%) sowie einige Harvester und Forwarder nach europäischer Bauart verkauft.
Für Russland prognostiziert man bei Komatsu Forest bis 2015 einen Anstieg der Verkaufszahlen auf 1500 Einheiten. Die Mehrzahl werden Harvester und Forwarder sein, der Anteil amerikanischer Maschinen nach der Vollbaummethode sowie Raupenharvester bleiben in der Minderheit.
In Südamerika könnte die Zahl jährlich verkaufter Forstmaschinen bis 2015 auf 700-800 steigen. Raupenharvester und Radmaschinen mit europäischer CTL-Forsttechnik halten sich dabei die Waage. Den Bedarf in Fernost taxiert man bei Komatsu Forest auf 500-600 Maschinen im Jahr 2015 (50% europ. CTL-Technik, 50% Raupenharvester) und ca. 800 Maschinen in China (80% Raupenharvester).
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