Nur um wenige Tage versetzt konnten sich die Forstunternehmer Süddeutschlands bei Vorführungen von Valmet und Rottne über den Stand der Technik informieren. Besonders bei den Valmet Open am 18. März in Vöhringen herrschte mit 700 Besuchern reger Andrang. Ruhiger ging es am 27. März bei Rottne in der Nähe von Winnenden/Baden-Württemberg zu.
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Service a`la Rottne
Wem nützt es? Lenkbarer Hinterwagen am Rottne Forwarder Solid F12 S
Starkholzharvester Rottne H-20
Rottne H-14: Allrounder mit Potenzial
Valmet: Forwarder und Harvester der "Vöhringen-Edition"
Service a`la Rottne
Wer in der Vorführtour in Süddeutschland (ein weiterer Termin war in Niederbayern) eine neue Vertriebsoffensive von Rottne-Generalimporteur Kopa-Forstmaschinen erwartet hat, lag einer Fehlinterpretation auf. Vertrieb und Service werden weiterhin aus Deutschlands hohem Norden von Kuddewörde aus organisiert. Zwar haben die Norddeutschen mit Fred Büchl, Forstmaschinenservice Bayern, einen bislang auf Timberjack spezialisierten B-Händler im Süden. Bernd Lachmann, bei Kopa federführend für das Forstmaschinengeschäft, betonte aber auf der Vorführung, dass man weiterhin möglichst viel über Kuddewörde abwickeln will. "Unsere Kunden helfen sich selbst oder bekommen über das Telefon Service-Unterstützung", verweist Lachmann auf die gute Zugänglichkeit aller Aggregate besonders bei den vorgeführten Harvestern H-20 und H-14. Das Service-Konzept erinnert an den ehemaligen UTC-Chef Pieter van Slingerlandt mit seinen in der Anschaffung günstigen Harvestern und Forwardern.
Wem nützt es? Lenkbarer Hinterwagen am Rottne Forwarder Solid F12 S
Servicekonzept hin oder her, die blauen Maschinen machten sich gut in dem Mischwald oberhalb von Winnenden. Bernd Lachmann brachte zusammen mit seinem Schwiegervater Johannes Koop die Harvester H-20 und H-14 und den Forwarder Solid F12S nach Süddeutschland. "Das 'S' beim Forwarder ist wichtig", erinnerte Lachmann an die Besonderheit des steuerbaren Hinterwagens beim Forwarder. Obwohl bereits seit Jahren auf dem Markt, hat sich die im Forwardergeschäft bislang einmalige Technik im Vertriebsgebiet von Kopa – Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden – bislang wenig verbreitet. Lachmann nennt 6 Maschinen. Dabei soll die automatisch an die Knicklenkung angeschlossene oder vom Fahrer manuell betätigte Wagenlenkung besonders bei schräg zu Hang laufenden Rückegassen Vorteile bieten. Nachteil: Die Schemel der Rungen müssen fest montiert werden und können nicht verschoben werden.
Starkholzharvester Rottne H-20
Beim Harvester H-20 wirbt Lachmann weiterhin mit dem vor Jahren ausgestellten KWF-Prädikat "stärkster Kran". Inzwischen werden die 200 kNm Bruttohubmoment des blauen Riese vom John Deere/Timberjack 1470 (210 kNm), den beiden EcoLog-Harvestern 580 (220 kNm) und 590 (255 kNm, Netto: 170 kNm) und dem Valmet 941 (Nettohubmoment 160 kNm) übertroffen. Auch beim Schwenkmoment fällt der Rottne H-20 in der Liga der Starkholzharvester hinter seine Mitbewerber zurück. Beim blauen Schweden stehen 40 kNm zur Verfügung, um einen Baum an die richtige Stelle zum Aufarbeiten zu bugsieren. Eco Log (44,3 kNm beim 580 und 47,6 kNm beim 590) und John Deere/Timberjack (55 kNm beim 1470) liegen hier darüber.
Einen guten Eindruck machte auf der Vorführung das Rottne Aggregat EGS 700 selbst an Buchen. Auf dem Papier ist das EGS 700 mit 27 kN Zugkraft und 1500 kg aber Mitbewerbern wie dem Log Max 6000 (28 kN Zugkraft, 1240 kg) unterlegen.
Rottne H-14: Allrounder mit Potenzial
Gut vorstellbar, dass der H-20 und der erstmals auf der KWF-Tagung 2004 gezeigte H-14 sich durch ihre Gewichtsverteilung gut für Hanglagen eignen. Der hinter der Hinterachse montierte Motor bildet ein gutes Gegenwicht. Ein nicht zu vernachlässigender Punkt bei der Universalmaschine H-14, den Kopa mit dem 12m-Kran (202/150 kNm Brutto/Netto-Hubmoment, 36 kNm Schwenkmoment) präsentierte.
Auch wenn man beim Schwenkmoment einmal mehr unter den Mitbewerbern liegt (Valmet 911.3: 46,5 kNm), lohnt beim H-14 ein Blick ins Datenblatt: Der Harvesterkopf EGS 590 mit 25 kNm Vorschubkraft und 1100 kg Gewicht passt gut zu dem Kran RK 140, der auch noch bei 12m genügend Reserven hat. In der Kombination 12m-Kran und EGS 590 Harvesteraggregat plus guter Gewichtsverteilung bietet Rottne eine so interessante Allroundmaschine, dass man sich wundert, warum bislang nur ein Exemplar in Deutschland ausgeliefert ist.
Valmet: Forwarder und Harvester der "Vöhringen-Edition"
Was in Schweden oder Finnland vom Montageband fährt, trifft nicht in jedem Fall die Anforderungen mitteleuropäischer Forstunternehmer. Die "Valmet Open" standen ganz im Zeichen der stärkeren Kräne (siehe IHB-Artikel vom 19.12.2006: Stärkere Kräne – Bei Valmet werden Wünsche war) und Spezialanfertigungen "Made in Vöhringen". Besonders die Seilwinden-Montage auf Forwarder wird nach Einschätzung von Valmet-Chef Bernd Rauser ein immer wichtigeres Thema. In Vöhringen gab es Beizugwinden in folgenden Varianten zu sehen:
*6 to Heckanbau mit 70m Seil an Valmet 830 und 840
* 8-10to Seiteneinbau am Valmet 840 und 860
Da man den Markt der Hilfswinden als Unterstützung nicht allein Herzog Forsttechnik mit seinem Hangforwarder Forcar FC 200 überlassen will, bietet Valmet eine 10 to Hilfswinde mit 200m Seil an. Die Winde ist mit dem Fahrantrieb synchronieisert. Zug- und Haltekräfte können über zwei Pontentiometer eingestellt werden.
Star der Forwarder-Präsentation war der 860.3 8-Rad. Mit Polterschild, Bogielift, dem in drei Stufen erweiterbaren Rungenkorb LoadFlex, der geschützen Schlauführung zum Greifer Protec sowie der Wiegeeinrichtung "MaxiScale".
Das Thema Klemmbank und damit das in Vöhringen entwickelte Schnellwechselsystem "Valmet Fast Change" zwischen Rungenkorb, Klemmbank und Sattelplatte könnte mit steigender Langholznachfrage wieder Bedeutung erlangen.
Noch etwas exotisch muteten der 18 to-Forwarder 890 und der amerikanische Kettenharvester EX10 auf dem Werksgelände an. Beide Maschinen sollen während der kommenden Wochen auf Vorführtournee gehen.
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