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Forsttechnik: Schweizer Unternehmer investieren
29/08/2005 - 00:00


Zufriedene Gesichter bei den Ausstellern auf der Forstmesse Luzern Mitte August. Die Investitionen der Schweizer Forstunternehmer seien seit Sturm Lothar Ende Dezember 1999 auf hohem Niveau. Besonders deutlich wurde dies am Stand von HSM / von Rotz. Abgesehen von der kleinen Version des Harvester 405 H (6-Rad, Loglift 181 Kran statt 280V, 240 PS statt 270 PS), bleiben alle Ausstellungstücke in der Schweiz: ob Schweiz-Klassiker 704 mit Loglift R71-Kran, 805 mit Hauer-Frontlader, 805 HD mit der neuen Klemmbank, 904 mit Holp-Schnellwechselsystem für Grabenlöffel, Greifer oder Woody 50 Aggregat, 6-Rad Maschine 904 Kurzchassis oder Forwarder 208F – die Namen von Forstunternehmern (208F und 904 Woody), Kooperationen (805 HD + Klemmbank) oder kommunalen Forstbetrieben (704 und 904 Kurzchassis) prangten bereits an den Türen.

Auf den traditionellen Schweizer Forstmaschinenkäufer, den Bürgergemeinden mit eigenem Waldbesitz, setzt man auch bei Pfanzelt / Rappo. Der PM-Trac feierte seine Schweiz-Premiere. Anton Rappo sieht den Schlepper auf Basis der CVT-Baureihe von Steyr als ideale Ergänzung zum Universalgerät "Felix".



"Der PM-Trac ist ideal, wenn der Kommunaleinsatz überwiegt, der Felix wenn es in der Bürgergemeinde mehr Forst- als Kommunalarbeiten gibt", kategorisiert der Maschinenhändler die beiden Pfanzelt Modelle. Der "Felix", von dem inzwischen 15 Exemplare in der Schweiz im Einsatz sind, hat nun 180 PS und das Vario-Getriebe von ZF, das sehr gut ein weites Geschwindigkeitsspektrum von 30 m/h bis 40 km/h abdeckt. "Geringe Fahrgeschwindigkeit bei hoher Motordrehzahl ist die Basis für die Arbeit mit Schneefräsen, Hackern oder Mulchern", lobt Paul Pfanzelt das neue Getriebe. Eine mechanische Zapfwelle verbessert gegenüber der bisherigen hydrostatischen den Wirkungsgrad der Aggregate.



Während Pfanzelt im PM-Trac mit seinen vier Aufbauräumen den Nachfolger des MB Tracs sieht, setzt man bei Werner auf den Forstprofi. Erstmal zeigte man mit dem 1700 ein Modell der 2002 in München präsentierten Baureihe in der Schweiz. Vertriebsleiter Eberhard Scheu rechnet damit, dass in Kürze das erste Exemplar in die Schweiz ausgeliefert wird. Seit der Serienreife 2003 habe 20 Stück verkauft, besonders nach Süddeutschland. "Kunden sind Einmann-Forstunternehmer, die häufig noch mit einem MB Trac 900 arbeiten", beschreibt Scheu das Kunden-Spektrum. Ein Exemplar sei aber auch nach Belgien gegangen und verrichtet seinen Dienst in einer Panzerwerkstatt der US-Armee, stellt man bei Werner ebenfalls die Multifunktionalität in den Vordergrund. Militärische Kundschaft hat inzwischen auch Welte. Werner Nühnen kann den Verkauf eines W130 (Vierrad) an die Schweizer Armee vermelden. Vielseitigkeit ist besonders bei der Baureihe W130K Trumpf. In Luzern gab es Rungenkorb und Klemmbank zu sehen. Bereits im Tessin arbeitet ein W130 Sechsrad, der bei Bedarf den auf einen Hilfsrahmen montierten Trommelhacker HEM 360 von Jenz aufsatteln kann.



In der Schweiz sind aber auch reinrassige Skidder der großen Kategorie gefragt – ohne Kran geht es allerdings inzwischen in der Schweiz nicht mehr. So kann der 230 PS starke Welte W230 (Vierrad) auch in der Schweiz ein Thema werden. Irene Dubois-Mahler ergänzt die eigene Flotte um den Camox-Vertrieb. Auf der Messe stand der Camox 175 (180 PS) mit Loglift 123 Kran sowie Adler Doppeltrommelwinde 2x16 to.

Neue Lösungen für die Holzrückung im Bergwald
Nachdem in den vergangenen Jahren in Luzern die Holzernte im Vordergrund stand, rückt nun die Rückung in den Vordergrund. Bezeichnenderweise waren Kaiser und Menzi-Muck mit ihren Schreitharvestern auf der Messe nicht mehr vertreten. Das Seil am Forwarder wird zum Thema. Ein Heimspiel war Luzern für den Hangforwarder FC200 von Herzog. Auf ausgedehnten Vorführtouren in Deutschland und der Schweiz hat die Maschine schon ihre Leistungsfähigkeit und besonders Bodenschonung unter Beweis gestellt. Die mit dem Radantrieb synchronisierte Winde sorgt dafür, dass der FC200 auch Hänge bis 45% ohne durchdrehende Räder oder martialischen Ketten und Bänder überwinden kann. Technisch wären bis 70% möglich, bei einem Seilriss muss aber sichergestellt sein, dass die Maschine allein am Hang stehen bleibt. Das 300m lange Seil (16 mm, 24 to Bruchlast, Zugkraft 0-9to stufenlos zuschaltbar) unterstützt den Forwarder bei der Leerfahrt bergauf und sichert die Lastfahrt bergab.



Einen Seileinlauf konnte man auch bei einem Valmet 860 entdecken. Ritter hat die 10 to Winde mit 200m Seilkapazität aufgebaut. Der Fahrer gibt die Zugkraft der fahrgeschwindigkeitsabhängigen Winde vor. Ein integrierter Seilauswurf sorgt dafür, dass die Maschine auf den Forstweg biegen kann, ohne das Seil abzuhängen.
Keine ausschließliche Lösung für den Bergwald, nichts desto trotz bei der Arbeit am Hang sehr nützlich, ist das Zweimotoren-Getriebe des HSM 208F. Auf dem Verteiler-Getriebe sitzen zwei Hydromotore. Bei hohem Zugkraftbedarf fährt der Forwarder mit beiden Motoren an, der Fahrer kann im kleinen Gang bis 16 km/h fahren, ohne umzuschalten.
Mit der Forwarderarbeit im Hang hängt auch die Nachfrage nach schweren Skiddern in der Schweiz zusammen (s. o.). Forstunternehmer rüsten die Schlepper mit bis zu 400 m Seil aus und sichern so den Forwarder ab. Entsprechend zeigte die Paul Forrer AG, Zürich, eine neue Sicherungswinde für Transporte und Geländegängige Fahrzeuge. Die hydraulische Sicherungsseilwinde erlaubt es Maschinen, sich unter einer vorgewählten Zugkraft am Sicherungsseil frei zu bewegen. Forrer bietet Zugkräfte zwischen 0,5 und 25 to.

Harvester dürfen größer werden

Erich Hütsch (li.) sieht im Starkholz Einsatzmöglichkeiten für Großharvester wie dem TimberPro mit Logmax 9000 Aggregat

Ganz langsam scheinen eidgenössische Förster größere Maschinen im Wald zu dulden. Kleine Hiebsgrößen und häufiges Umsetzen macht richtig dicken Brocken wie dem Valmet 941 aber noch das Leben schwer. Darüber kann auch nicht die Auslieferung des TimberPro TB 630 an Forstunternehmer Beat und Oliver Hofstetter hinweg täuschen. Gegenüber dem amerikanischen Original hat die Rad-Version der ehemaligen Timbco-Maschinen einen 10m Teleskopkran, 300 PS, Motomit IT und ein Logmax 9000Aggregat mit Top-Säge. Schließlich will Hofstetter den Ami besonders im Buchen-Einschlag einsetzen.



Valmet scheint mit dem 911.3 derzeit die Maschine im Programm zu haben, die am besten auf den Schweizer Markt passt. Dies belegen nicht nur die fünf allein in diesem Jahr ausgelieferten Exemplare. Mit den neuen Aggregaten attestieren dies auch Mitbewerber. Für Valmet scheint sich auszuzahlen, dass besonders der Kran bei Hub- und Schwenkmoment über dem Timberjack 1270 D liegt.



Kein Thema scheinen in der Schweiz mehr die Schreitbagger von Kaiser und Menzi Muck zu sein. Diese seien gut in der Sturmholzaufarbeitung. In der Durchforstung sei sie aber einfach zu langsam, außerdem mache die Kranreichweite Schwierigkeiten, berichten Forstunternehmer.
(IHB INternationale Holzbörse Fotos: Michael Fehrle)
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