|
Schnell wachsende Baumarten wie Pappeln können vor allem in Wasserschutzgebieten einen Beitrag zur Versorgung mit dem umweltfreundlichen Energieträger Holz leisten. Darauf hat Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller in Kaufering hingewiesen, wo in einem ersten Schritt auf 2,7 Hektar insgesamt 30.000 Pappeln gepflanzt werden. Dieses Projekt ist Bestandteil des Energiekonzepts
der Stadt Kaufering und soll nicht nur Holz für das Hackschnitzelheizkraftwerk
liefern, sondern auch weitere Erkenntnisse über solche „Kurzumtriebskulturen“
auf landwirtschaftlichen Flächen. Der Minister hat die Bayerische
Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Amt für forstliche
Saat- und Pflanzenzucht beauftragt, das Modellprojekt in Kaufering
wissenschaftlich zu begleiten, das zu den Bioenergie-Leuchtturmprojekten
im Rahmen des Klimaprogramms 2020 der Staatsregierung zählt.
Die Pappel-Plantage soll vor allem konkrete Aussagen zur Nachhaltigkeit
und Klimaverträglichkeit der sogenannten „Energiewälder“ ermöglichen.
Insbesondere die Massenleistung der Flächen, die alle fünf Jahre beerntet
werden, steht im Fokus der Untersuchung, um daraus die möglichen
Kohlendioxid-Einsparungen durch die Nutzung errechnen zu können. Bislang
gehen Experten davon aus, dass die Flächen 30 Jahre genutzt und damit
pro Hektar jährlich bis zu 6.000 Liter Heizöl ersetzt werden können. Ebenso
wichtig ist aber auch die genaue Beobachtung der Entwicklung der biologischen
Vielfalt in solchen Anpflanzungen. Die Wissenschaftler wollen erfassen,
welche heimischen Tiere und Pflanzen sich hier ansiedeln. Für Landwirte
ist schließlich die Auswahl der richtigen Pappelsorten von besonderem
Interesse, da sich diese in Wuchsleistung und Anfälligkeit sehr stark unterscheiden.
Die Sortenprüfung und die Entwicklung neuer Sortenempfehlungen
soll verstärkt und die Praktiker künftig noch intensiver über den Anbau
schnellwachsender Baumarten beraten werden.
|