| Holzernte – Harvesterfahrer statt Förster |
| 11/12/2007 - 19:28 |
In einem Forschungsprojekt in den Niedersächsischen Landesforsten sollen Harvesterfahrer ohne vorheriges Auszeichnen durch den Förster die zu entnehmenden Bäume auswählen. Die Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie im Burckhardt-Institut der Georg-August-Universität Göttingen (ifa) hat durch sechs Harvesterfahrer aus drei Forstunternehmen der AfL Niedersachsen e. V. und dem Forstamt Unterlüß der Niedersächsischen Landesforsten gut 90 ha Kiefernwald durchforsten lassen, die teilweise nicht im Vorfeld durch einen Förster ausgezeichnet waren.
Der Durchforstungsversuch ist Bestandteil des vom BMBF geförderten Projektes Delegation von Durchforstungsentscheidungen – Analyse arbeitswirtschaftlicher, physiologischer und psychologischer
Konsequenzen (Delegation) aus dem Verbund Einbindung von klein- und mittelständischen
Forstunternehmern in branchenübergreifende Wertschöpfungsketten. Das Projekt will Konsequenzen abschätzen, die mit Verzicht einer vorherigen Auszeichnung bei der hochmechanisierten Holzernte einhergehen. Neben waldbaulichen Aspekten der Entnahmeentscheidung wurden in den durchgeführten Durchforstungsversuchen weitere ökonomische
und ergonomische Kriterien bei der Holzernte untersucht.
„Der Forschungsansatz ist für einen Forstbetrieb schon außergewöhnlich, denn bis jetzt sind wir davon
überzeugt, dass ein Auszeichnen der Bestände durch Förster zwingend ist, dennoch haben wir das
Forschungsprojekt als Landesforsten gern unterstützt, die Zusammenarbeit war sehr gut und jetzt sind
wir auf die Ergebnisse gespannt“, sagte Klaus Jänich, Vizepräsident und Abteilungsleiter für Waldarbeit in
den Landesforsten.
Die Aufnahmen wurden mit ganztägigen Arbeitsablaufstudien begleitet. Auch die individuelle
psychische Beanspruchung der Maschinenführer wurde registriert (Herzschlag, Augenlid-Frequenz),
um der Erweiterung des Arbeitsspektrums die körperlichen Mehrbelastungen gegenüberstellen zu
können. Zurzeit erfolgen noch Abschlussaufnahmen der beernteten Versuchsbestände zur Beurteilung
der forstlichen Eingriffsqualität. „Die erste Datenauswertung wird im Frühjahr 2008 abgeschlossen sein.
Die drei Partner planen eine Präsentation der Ergebnisse im Rahmen eines Fachpressetermins im
Forstamt Unterlüß und auf der KWF-Tagung“, so Prof. Dr. Heribert Jacke, Leiter der Abteilung
Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Universität Göttingen.
Fachlicher Ansprechpartner und Projektleiter:
Dr. Dirk Drewes;
Festnetz: 0551-39-3524; Mobil: 0174-9470449; Email:ddrewes@gwdg.de
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| (Landesforsten Nds) |
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