Auf die Diskussion der Holzindustrie, ob Holz zuerst stofflich oder gleich in Form von Hackschnitzeln thermisch verwertet werden sollte, lässt sich Hubert Renner, Technisches Büro für Forstwirtschaft, erst gar nicht erst ein. Der österreichische Forstunternehmer vertreibt nicht nur die Bündleraggregate für eine wirtschaftliche Schwachholzernte des finnischen Herstellers Moipu, sonders setzt sie auch selbst ein. Die Bündelfunktion des Aggregat erlaubt es, dass alle bislang defizitäre Pflegemaßnahmen durchgeführt werden und das Holz Papierherstellern, der Holzwerkstoffindustrie oder eben Holzheizkraftwerken zur Verfügung gestellt werden kann. Indem mehrere Stämme in einem Arbeitsdurchgang abgeschnitten werden, schlägt der Forstunternehmer dem Stück-Masse-Gesetz bis zum gewissen Grad ein Schnippchen. Der Energie-Harvesterkopf vom Typ 400 E ist an seinem eigenen Timberjack Forwarder 1110 D montiert. Hubert Renner kann nicht über mangelnde Aufträge klagen. Nach sieben Monaten berichtet er von den unterschiedlichsten Einsätzen in ganz Österreich: Kiefern-Erstdurchforstung im Burgenland, Pappel-Erstdurchforstung in Niederösterreich, reine Energieholzplantagen in Oberösterreich, für den Naturschutz wichtige Arbeiten im Mittelwald im Burgenland, Einschlag von Ufergehölzen oder Flächenräumungen für Nasslager der Österreichischen Bundesforste ÖBf in Oberösterreich. Auf der Austrofoma in Heiligenkreuz im Oktober 2007 demonstrierte Renner das Aggregat in einem 30jährigen Buchen-Eichen-Bestand, in dem Alter entsprechend schlechtwüchsige Exemplare entnahm. Um verbleibenden Bäume nicht zu beschädigen, demonstrierte er die zweistufige Fällung. Zuerst kappte Der Forstunternehmer die Bäume auf halber Höhe, um dann im selben Arbeitsgang den restlichen Baum abzuschneiden und auf dem Forwarder abzulegen.
Einsätze wie die Pappel-Erstdurchforstung in Krems/Niederösterreich, bei der Renner pro Stamm erst drei 5m-Abschnitte für die Holzwerkstoffindustrie abtrennte, könnten mit dem auf der KWF-Tagung in Schmallenberg präsentierten neuen Modell auch zu entastendes Nadelholz ein Thema werden. Die neun Modelle 300 ES und 400 ES verfüge über Vorschubwalzen. Auf der Messe wird der 300 ES zu sehen sein. Es können so mehrere Stämme gleichzeitig entastet werden. Untersuchungen in Skandinavien haben ergeben, dass die Entastungsqualität für die Zellstoffindustrie ausreichend ist.
Sollen Industrieholzsortimente für die Holzindustrie ausgehalten werden, bewegt der Forstunternehmer die Maschine zwangsläufig in etwas stärkerem Durchmesserspektren. Untersuchungen der TU Müchnchen haben aber gezeigt, dass die Leistung von Energie-Aggregaten mit Messer-Systemen bei dickerem Holz schnell sinkt. Der Fahrer muss das Aggregat mehrfach ansetzen, um von unterschiedlichen Seiten den Stamm einzuschneiden. Die Moipu-Aggregate begegnen dem Thema mit einem speziellen Guillotinen-Messen, dass Stämme bis 30 cm abtrennt. Das Messer arbeitet wie eine Baumschwere mit einem ziehenden Schnitt.
Im Fall der Pappeldurchforstung hat Renner die Holzernte und die Rückung voneinander getrennt. Die Leistung gibt er mit 8-9 fm/h an (Ernte und Rückung) an. Für die Rückung musste der Zopf nicht erst durch einen Greifer ersetzt werden. Für die Zange sind Stämme bis 70 cm kein Problem.
Eine gute Figur hat der Forwarder mit Moipu-Kopf bislang auch in reinen Pappelplantagen gemacht. Die Schwachholzbündel arbeitet Renner direkt in den Rungenkorb auf. Die Leistung liegt bei 15-20 fm/h an die Straße oder Hackplatz geliefert. "Selbstfahrende Häcksler in Kurzumtriebswäldern haben zwar eine höhere Leistung, die einfachere Logistik und der höhere Durchsatz eines Trommelhackers gleichen aber die Nachteile des Bündleraggregats auf der Fläche aus", bevorzugt Renner die Hackschnitzelproduktion auf von normalen Straßen-LKW leicht erreichbaren Plätzen.
Ein wichtiger Punkt wenn um die Wirtschaftlichkeit geht, ist dem Forstunternehmer die Monatage des "multi-tree-harvesting-heads" auf dem Forwarder. "Anschaffungs- und Betriebskosten eines Forwarders sind geringer als beim Harvester", rechnet Renner seine Einsätze mit spitzem Stift.

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Technisches Büro für naturnahe Forstwirtschaft
Herr Hubert Renner
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