"Der Freisinger Forst-Unternehmertag wird für die Rundholz-Abteilungen der Holzindustrie immer interessanter", lobte ein Besucher die Veranstaltung am vergangenen Donnerstag. Unter den gut 250 Besuchern des inzwischen achten Forstlichen Unternehmertags finden man kaum noch bayerische Forstbeamte wie in den Anfangszeiten. Der Initiator der Unternehmertages, Prof. Walter Warkotsch hat es mit seinen Mitarbeitern geschafft, zunehmend die Entscheider außerhalb des Staatsforstes nach Freising zu holen. Entsprechend dem Motto der diesjährigen Veranstaltung "Überleben durch Veränderung ? Holzflüsse auf neuen Wegen" kamen in diesem Jahr überraschend viele Transportunternehmen auf das Universitätsgelände.
Logistik rund ums neue Zellstoffwerk in Stendal, Folgen des Dauerbrenners LKW-Maut für den Holztransport oder neue Technologien wie den nach oben offenen Container "LogRac" oder das Trailer-System für Forwarder von Komatsu Forest; wenn es um den Rundholztransport vom Wald ins Werk geht, hatte der Unternehmertag Vielfältiges zu bieten.
Einen klaren Favoriten hat Michael Funk, verantwortlich für den Holzeinkauf für Zellstoff Stendal. Der Stockkauf stelle die beste Möglichkeit dar, allerdings bevorzugt er das belgische Modell mit der Volumenermittlung nach der Kreisfläche. Die Durchlaufzeiten und Lagerhaltung seien dem Werksmaß überlegen, vom Waldmaß ganz zu schweigen.
Welches Verbesserungspotenzial haben Trailersysteme? Ekkehard von Bodelschwingh hat das System von Komatsu Forest näher unter die Lupe genommen, bei dem der LKW-Auflieger vom Forwarder in den Wald gezogen wird. Vorteil sei der Einsatz auch bei ungünstiger Erschließung, resümierte der Forstwissenschaftler. Über Zeitstudien fand er heraus, dass die Direktverladung vom Forwarder auf den Trailer ohne Leistungsminderung stattfindet. Allerdings bringt das System einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen Rücker und Frächter. Von der höheren Ladekapazität und den geringeren LKW-Personalkosten (keine Kranausbildung) profitieren alle Beteiligten der Holzerntekette.
Ähnliche Vorteile könnten sich mit dem "LogRac" ergeben. Bislang sind die Container im Seeverkehr zwischen Neuseeland und China im Einsatz. Bei der Reederei Ahrenkiel arbeitet man jedoch daran, den Container mit Standbeinen ähnlich von Wechselbrücken mit einfachen LKWs direkt im Wald abzusetzen und vom Forwarder beladen zu lassen. Auf Nachfrage berichtete Kay Petersen, dass man bereits an einer Kombination mit dem Ladesystem "Mobiler" (siehe IHB-Artikel vom 14.07.2003 - Holztransport: Einfach rüber schieben) arbeitet, um für den Ferntransport auch ohne Terminal auf die Bahn verladen zu können.
Eines steht fest, die LKW-Maut wird kommen. Davon geht auch Andreas Bohn vom Transportunternehmen Umweltdienste Bohn aus. Für Holz-Spediteure bedeute die Maut Mehrkosten von 6000 Euro/Jahr, bei jährlich 50.000 Autobahnkilometern. Auf mautfreie Straßen auszuweichen empfehle sich nicht, meinte Bohn in Freising, der Zeitbedarf sei zu groß. Für die Frächter für kein Weg daran vorbei, die Kosten weiter zu geben. |