| Schulterklopfen gab es am 8. Forstlichen Unternehmertag vergangenen Donnerstag in Freising für die gesamte Holzbranche, nicht aber für den Holzabsatzfonds. Nach den von Prof. Andreas Schulte an der Universität Münster erhobenen Zahlen der Cluster-Studie Forst & Holz in Nordrhein-Westfalen kann sich die Holzbranche ob ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nämlich durchaus auf die Schulter klopfen. "Der Holzabsatzfonds setzt falsche Zahlen über die Bedeutung der deutschen Holzwirtschaft in die Welt", warf Schulte der Organisation ebenso wie dem Bundesministerium für Verbraucherschutz vor, die eigene Branche als marginal darzustellen. Allein das Holzhandwerk in Nordrhein-Westfalen, also Tischler und Zimmerer, würden jährlich 6,6 Mrd. Euro umsetzen. "Das EU-Betrittsland Estland hat ein Bruttosozialprodukt von 4 Mrd. Euro", versuchte Schulte seinen Zuhörern die Dimension anschaulich zu machen. Selbst ohne den Umsatz von Verlagen und Druckereien komme Forst&Holz in Nordrhein-Westfalen auf einen Jahresumsatz von 35 Mrd. Euro. Damit sei man mit dem viel gepriesenen Maschinenbau auf Augenhöhe.
"Die Selbstdarstellung der Holzbranche beruht auf einer katastrophalen Zahlenbasis", kritisierte Schulte. In den "Uraltdaten" fehle beispielsweise das Holzhandwerk komplett. Er machte aber auch weitere Ursachen für das schlechte Marketing in eigener Sache aus: Der Streit mit sich selbst sowie die Verbände-Vielfalt. Schulte: "Bei 250 Verbänden in Nordrhein-Westfalen haben wir zu zählen aufgehört."
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