Dem Wunsch einiger Waldbesitzer, ihre Starkholzvorräte abzubauen, kann geholfen werden. Klaus Reichenbach, Geschäftsführer WFW Forstmaschinen, stellte die diesjährigen Wolfegger Forsttage vom 23. bis 24. September ganz ins Zeichen des der dicken Stämme. Schließlich konnte der Prototyp des Eco Log 590 C in Oberschwaben Deutschland-Premiere feiern. Der Starkholz-Harvester war im wörtlichen Sinn eine der großen Überraschungen der Elmia 2005 (siehe IHB-Artikel vom 04.06.2005 - Elmia-Neuheiten Teil 1).


Auf den Wolfegger Forsttagen konnte man die Maschine nun erstmals im Einsatz betrachten. Prompt gingen die Diskussionen unter den Forstunternehmern los, ob man beim Starkholz auf das in der Vergangenheit nicht immer zuverlässige Fahrwerk-Konzept setzen soll. Oder nicht doch lieber gleich auf einen Bagger. Schließlich zog der MHT 242 HVT mit neuem Penz- statt Loglift H220-Kran souverän seine Runden. Wäre nicht die Dauerdiskussion über Kettenfahrzeuge im Wald, könnte der "Penz-MHT" gut mit dem Prototypen des Eco Log 590 oder dem bereits etablierten Valmet 941 mithalten.

Mit einem Nettohubmoment von 215,6 kNm sticht der Starkholz-Österreicher sogar die 170 kNm des Schweden, der viele bewundernde Blicke auf sich zog. Für den MHT spricht auch, dass er mit einem Gesamtgewicht von 25 to im Gegensatz zu anderen Konstruktionen noch in dem Rahmen eines Valmet 941 oder eines Timberjack 1470 inklusive Wasserfüllung in den Reifen liegt.
Bernhard Denkinger, Verkaufsberater bei WFW, sieht neben dem starken Schwenkmoment des MHT-Harvesters von 65,7 kNm (Eco Log 590 C: 47,6 kNm) die Vorteile in dem Negativkontrollsystem (NC) der Hydraulik, dem einfachen Aufbau und der Wartungsfreundlichkeit die großen Vorteile des Ketten-Vollernters. Das NC-System ist gegenüber Load-Sensing deutlich schneller und wird seit zehn Jahren erfolgreich in Baumaschinen eingesetzt.

Das neue Eco Log Top-Modell überraschte dagegen viele Besucher mit seiner kompakten Bauweise. Die Zahlen belegen, dass die Neukonstruktion mit 3,4 m sogar etwas niedriger als der 580er ist. Auch in der Länge wird er mit 7,6m von Rottne H-20, Timberjack 1470 und Valmet 941 überragt. Die Eco Log-Designer haben ganze Arbeit geleistet, die nach wie vor großen Abmessen geschickt zu kaschieren – in Deutschland mit kritischen Waldbesuchern und Förstern kein Fehler.
Denkinger rechnet damit, dass der 590 C im kommenden Frühjahr serienreif sein wird. Die intensive Testphase hängt damit zusammen, dass außer der Baugeometrie vom 580 B keine Teile übernommen wurden. Eine verbesserte Qualität verspricht man sich vom Ersatz russischer Lieferanten durch schwedische.
Auf der Vorführung in den fürstlich wolfegg`schen Wäldern war ein Logmax 7000 Aggregat an die Maschine montiert. Die Reichweite beträgt so 9,4m. Die Verstellmotore des Walzenantriebs erlauben es, zu Gunsten der Geschwindigkeit das Drehmoment zu erhöhen.

Eine gute Figur im dicken Holz machte auch der MHT 18.002 HVT. Der Harvester profitiert von seiner 3-Pumpen-Hydraulik. Es steht so die volle Kraft für den Kopf zur Verfügung. In Wolfegg war der 18.002er mit Waratah HTH 470 im Einsatz. Bei WFW ist man überzeugt, dass sich 4-Walzenköpfe immer stärker durchsetzen. Das Waratah-Aggregat eignet sich durch seine kurze Bauweise für den Einsatz im Laubholz oder die Aufarbeitung krummer Kiefern. Das Messrad ist an einem Zylinder montiert und fährt erst heraus, wenn der Baum gefällt ist. Schläge auf das Mess-System werden so verhindert. Walzen und Messer können einzeln bedient werden. Der HTH 470 ist zwar beim Poltern kein vollwertiger Ersatz für einen Woody von Konrad, erleichtert aber das Handling einzelner Abschnitte.

Von der Leistungsfähigkeit des MHT 18.002 ist auch der holländische Forstunternehmer Helmut Souilljee, der die Vorführung fuhr, überzeugt. In seinem eigenen Unternehmen setzt er einen MHT 11.002 und 18.002 ein. Mit seinem durch feuchte Böden geprägten Einsatzgebieten in Holland und Nordrhein-Westfalen ist ein gutes Beispiel, dass der Lebensraum für MHT-Maschinen nicht nur am Hang ist.
Vom 18.002er sind derzeit 30 Maschinen in Kanada im Einsatz und 14 und Deuschland und Österreich. Eine wachsende Nachfrage gibt es aus Spanien (6 Harvester) und Schottland, wo man beim Thema Kettenfahrwerk wohl deutlich toleranter ist. |