| Um das Ergebnis des 6. Forstlichen Unternehmertages der TU München vorweg zu nehmen – bei Günther Jauch ist vermutlicher einfacher, Millionär zu werden. Ein paar Strategien konnten die 230 Forstunternehmer, Maschinenhersteller und Förster mit nach Hause nehmen, um sich der magischen Grenze zumindest anzunähern. Nach einem Ausflug in die Logistik mit der Holzerntekette im vergangenen Jahr stand in diesem stärker als bei allen Unternehmertagen zuvor die ureigentlichste Aufgabe eines Forstunternehmers im Vordergrund: Mit Maschinen im Wald Geld verdienen.
Kostentreiber im Wald
Die schärfsten Argumente hatte am Donnerstag Reinhard Pausch, Lehrstuhl Forstliche Arbeitswissenschaft, mit seinem Vortrag "Was gefällt Harvestern im Wald und was nicht." Überraschendes Ergebnis: Das jedem Forstmann in Fleisch und Blut übergegangenen Stück-Masse-Gesetz ist nicht allein selig machend, wenn es um die Kosten beim Harvestereinsatz geht. Schon fast mit einem Horrorkabinett aus sich gegenseitig aufschaukelnden Kostentreibern wie Fahrstrecke pro Baum, Kronenanteil, Stückzahl pro Baum, Anteil nicht verwertbaren Holzes, Verjüngung, Unterstand und Laubholzanteil fuhr er seinen Zuhörern um die Ohren. Ganz nach dem Unternehmertagmotto "Forum Wissenschaft und Praxis" dürfen die Schlägerungsbetriebe allerdings auch auf konkrete Hilfe aus Freising hoffen: In Kürze will Pausch einfach handzuhabende Kalkulationstabellen veröffentlichen. Dass Pausch mit seiner Studie genau richtig liegt, zeigte der Kommentar von Ralf Dreeke, Geschäftsführer Wahlers Forsttechnik: "Endlich quantifiziert jemand die wirklichen Kosten."
Die Abschreibung macht`s
Hilfe gibt es auch bei WFW Forstmaschinen. Geschäftsführer Klaus Reichenbach hielt den Harvester- und Rückezugbesitzern nicht nur die gegenüber Finnland um 85% höheren Kosten und um 30% geringere Leistung vor. Mit einer einfachen Maschinenkostenkalkulation auf Excel-Basis gibt es in Wolfegg auch ein Werkzeug, damit der Unternehmer wieder mehr als seine Fahrer verdient. Darüber hinaus schickte Reichenbach die Unternehmer auch zu ihren Steuerberatern. "Es gibt mehr Möglichkeiten als nur eine lineare Abschreibung!"
Geldvernichter Ausschreibung
Kooperationen um die Akquise und somit Verwaltungskosten zu senken empfahl einmal mehr Wilfried Möhler, Geschäftsführer von Lignis. Die aktuelle Auslastung bei Harvestern mit 1500 MAS/Jahr und bei Forwardern 1800 MAS/Jahr sei deutlich zu wenig. Bei 3000 Stunden/Jahr habe man nur noch 87% der Kosten. Kooperationen würden auch helfen, die Auslastung über das Jahr zu verbessern sowie durch größere Hiebe die Umsetzkosten zu reduzieren.
Kein Treffen von Forstunternehmern ohne harsche Kritik an der Forstverwaltung: Diesmal übernahm es neben Möhler, der mit konkreten Zahlen die Auschreibungsmentalität der Förster auseinander nahm, Hansjürgen Narjes. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbands Deutscher Forstunternehmer: "Die Probleme begannen in den 60er Jahren, als die Forstverwaltungen den Einschlag in eigene Hände nehmen wollten!"
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